Empfängnisverhütung

Es gibt eine Vielzahl moderner Methoden zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft (Kontrazeption).

Die häufigste angewandte Methode ist die Antibabypille. Diese besteht aus einer Hormonkombination von Östrogen und Gestagen oder nur dem Hormon Gestagen (gestagen only oder Minipille).

Bei der Minipille treten als Nebenwirkung häufig Zwischenblutungen auf. Die Pille muss täglich eingenommen werden, gefolgt von einer Woche Pillenpause, in der eine Abblutung der hoch aufgebauten Gebärmutterschleimhaut erfolgt. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, die Pille ohne Pause einzunehmen. In diesem Fall bleibt die Menstruation aus.

Ob und welche Form der Kontrazeption für Sie infrage kommt, hängt von Ihrem Gesundheitszustand, Alter und Lebensstil ab.

Besonders bei sogenannten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, APC- Resistenz, AT III Mangel, Faktor V Leiden, nach einem Schlaganfall aber auch bei Herzerkrankungen, Epilepsie, Migräne, Lebertumoren, Lebertransplantationen, Brustkrebs und anderen gynäkologischen Krebserkrankungen herrscht oft Unklarheit über die individuell am besten geeignete Verhütungsmethode.

Ziel der Kontrazeptionsberatung ist eine wissenschaftlich fundierte Aufklärung über Vorteile, Nachteile und Risiken der einzelnen Methoden. Im Folgenden sollen die gängigen Methoden kurz erläutert werden.

Mirena (Gestagen-Spirale)

Die Hormonspirale führt zu einer Atrophie (einem Gewebsschwund) der Gebärmutterschleimhaut. Die Regelblutung tritt abgeschwächt auf oder hört ganz auf. Des Weiteren hemmt die Hormonspirale durch kontinuierliche Hormonabgabe die Spermien und ändert die Sekretzusammensetzung im Gebärmutterhals, sodass die Samenzellen daran gehindert werden, in die Gebärmutter einzudringen. Die Hormonspirale wird ambulant in der Ordination in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort 5 Jahre verbleiben.

Kupferspirale

Die Kupferspirale wird ebenfalls in die Gebärmutter eingesetzt und kann 5 Jahre in der Gebärmutter liegen bleiben. Kupfer hat eine starke spermientötende Wirkung und ist vor allem indiziert, wenn aus gesundheitlichen Gründen keine Hormone eingenommen werden dürfen.

Kupferball

Der Kupferball ist das neueste Produkt auf dem Gebiet der nichthormonellen Langzeitverhütung. Die verhütende Wirkung ist wie bei der Kupferspirale. Kleine 2 mm Perlen sind auf einem feinen biegsamen Draht aufgefädelt, welche sich in der Gebärmutter wie ein Ball an die Gebärmutterwände schmiegen. Weniger Irritationen und Fremdkörpergefühl, weshalb es für junge Frauen geeignet ist, die noch kein Kind geboren haben (Abbildungen siehe Banner oben auf dieser Seite).

Goldspirale Gold T®

Die Goldspirale ist eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode aus Kupfer und Gold. Sie wird erfahrungsgemäß besser vertragen als die herkömmliche Kupferspirale. Schmerzhafte und starke Regelblutungen scheinen sich früher zu bessern als bei der Kupferspirale, bei der dies meist einige Monate dauert. Die Goldspirale ist für Frauen geeignet, die nicht-hormonell verhüten wollen oder bei denen die Einnahme von Östrogenen problematisch ist wie in der Stillperiode, bei starken Raucherinnen, bei Venenleiden oder Thromboserisiko. Das schmale Applikationsinstrument erleichtert ein möglichst schmerzarmes Einsetzen der Spirale auch bei Frauen mit kleiner Gebärmutter, die noch nicht schwanger waren.

EVRA Pflaster

Das EVRA Pflaster enthält Östrogen und Gestagen und wird auf die Haut geklebt.

NUVA Ring

Der NUVA Ring ist ebenfalls östrogen- und gestagenhaltig und wird im hinteren Scheidengewölbe platziert. Ein Wechsel ist 1x/Monat notwendig. Die Wirkung ist wie bei der Anti-Baby-Pille, jedoch mit geringerer Dosis und der Wirkungsunabhängigkeit von Magen-Darm-Problemen.

Implanon

Das Implanon enthält Gestagen. Es wird über ein dünnes Kunststoffstäbchen, welches unter die Haut des Oberarmes eingebracht wird, abgegeben. Der Eisprung wird verhindert, der Zervixschleim (Gebärmutterhalsschleim) wird verdickt. Die Spermien haben somit eine Barriere auf dem Weg in die Gebärmutter. Es kann 3 Jahre liegen bleiben und bietet in speziellen Fällen (wenn z.B. das Gestagen nicht über die Magenschleimhaut wie bei der Mikropille resorbiert wird) eine weitere Option.

3-Monatsspritze

Die 3-Monatsspritze wird – wie der Name bereits sagt – alle 3 Monate injiziert. Sie enthält ebenfalls nur Gestagen und bietet eine Möglichkeit bei einer Kontraindikation für Östrogen. Die Knochendichte wird auf die Dauer allerdings negativ beeinflusst. Deshalb gibt es für die 3-Monatsspritze gewisse Einschränkungen bezüglich Dauer und Alter.

Kupferkette

Die Kupferkette GyneFix ist eine Alternative zur Spirale. Die Kette wird an der Gebärmutterwand fixiert. Sie passt sich der Gebärmutter an. Kupfer inaktiviert die Spermien und verhindert eine Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutterschleimhaut. Für Frauen, die keine Hormone einnehmen wollen oder dürfen und eine langfristige Verhütung wünschen, ist sie eine gute Alternative. Die Liegedauer beträgt bis zu 5 Jahre.

Eileiterdurchtrennung

Bei der Eileiterdurchtrennung (Tubensterilisation) wird eine dauerhafte Empfängnisverhütung erreicht. Mit Narkose wird eine Bauchspiegelung durchgeführt und die Eileiter werden elektrisch verschorft und durchgeschnitten. Diese Operation wird ambulant durchgeführt. Sie können ca. 2-4 Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen.