Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung

Die Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung besteht aus:

  • Gynäkologische Untersuchung (Spekulum-Untersuchung, Tastuntersuchung)
  • Zellabstrich vom Muttermund (= Krebsabstrich) zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs (Cervixcarcinom)
  • Ultraschalluntersuchung des inneren Genitale: Eierstöcke, Gebärmuttermuskulatur (Myometrium), Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und des kleinen Beckens
  • Tastuntersuchung der Brustdrüsen

Die erweiterte Krebsvorsorge beinhaltet zusätzlich:

  • Darmkrebsvorsorge
  • Harnblasenkrebsvorsorge
  • Erweiterte Gebärmutterhalskrebsvorsorge
Ordinationszeiten: Mo, Mi, Do: 08:00-19:00, Di: 08:00-20:00, Fr: 08:00-18:00, Terminvereinbarung: Tel. 02252-9010-0

Die gynäkologische Untersuchung

Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung Endometriose Dr. Wendl BadenIm Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung geht es nicht nur um die Krebsvorsorge, sondern auch um eine allgemein gynäkologische Vorsorge. Dazu gehören die Erkennung und Behandlung von Anomalien und Senkungszuständen des äußeren und inneren Genitales, von hormonellen Störungen, Zyklusunregelmäßigkeiten, urologischen Erkrankungen (Harnblasenentzündung, Harnverlust, Harnröhrenerkrankung), Zysten und Endometriose.

Die Krebsvorsorge

Die regelmäßige Inanspruchnahme der Krebs-Vorsorgeuntersuchung erhöht die Chance, bösartige Erkrankungen bereits im Vor- und Frühstadium zu erkennen.

Darmkrebs

Durch die Untersuchung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung) und einen Test auf Blut im Stuhl, dem sogenannten okkulten (= verborgenen) Bluttest, können Magen-Darmerkrankungen erkannt werden. Durch den Nachweis von – mit freiem Auge nicht sichtbarem – Blut im Stuhl ergibt sich der Verdacht auf krankhafte Veränderungen im Magen-Darm-Trakt gestellt.

Bei den krankhaften Veränderungen kann es sich um bösartige Gewächse handeln (z.B. Dickdarmkrebs), aber auch gutartige (z.B. Polypen).

Dieser Test ist einfach in der Durchführung und auch preiswert. Der Nachteil dieses Tests liegt in seiner Störanfälligkeit. So kann z.B. der Genuss von Fleisch- und Wurstwaren, aber auch der Genuss bestimmter Gemüse- und Obstsorten ein positives Testergebnis vortäuschen. Umgekehrt zeigt der Test bei zu viel Vitamin C Einnahme ein negatives Testergebnis, d.h. das Blut im Stuhl wird nicht nachgewiesen.

Im ersten Fall werden unnötige Darmspiegelungen durchgeführt. Im zweiten Fall wird ein Tumor nicht erkannt. Somit wird mit dieser herkömmlichen Methode nur etwa zu 30% ein Hinweis auf Darmkrebs gegeben.

Der neue immunologische M2-PK Stuhltest ist ein Verfahren mit einer höheren Trefferquote. Es ist keine spezielle Diät erforderlich und auch bereits kleine blutende Polypen  werden erfasst. Ebenso werden auch nicht-blutende Darmpolypen, C. Ulcerosa oder M. Crohn, die ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs darstellen, erfasst. Der Test misst kein Blut im Stuhl, sondern weist das spezifische Enzym (M2-PK) nach.

Für die erweiterte Krebsvorsorge steht auch der NMP 22 Test zur Verfügung. Es handelt sich dabei um einen Test, in dem NMP (nukleäres Matrix Protein) im Harn nachgewiesen wird. NMP wird bei Harnblasenkrebs vermehrt produziert. Es sei darauf hingewiesen, dass Blasenkrebs eine eher seltene Krebserkrankung ist. Zudem tritt die Erkrankung 3x häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Rauchen, Industriechemikalien und Schmerzmittelmissbrauch können das Risiko für Harnblasenkrebs erhöhen. Durch einen Ultraschall der Harnblase und Nieren wird die Untersuchung ergänzt.

Weitere Möglichkeiten, um die Früherkennungsrate bei Krebs zu erhöhen, sind HPV Testung und Thin Prep. Diese Testungen sind nur in speziellen Fällen als Ergänzung zum sogenannten PAP Abstrich (Krebsabstrich am Muttermund des Gebärmutterhalses) notwendig, um mehr Befundklarheit zu erhalten.

Der HVP-Virus

Infektionskrankheiten durch den humanen Papillomavirus (HPV) können eine Vielzahl gutartiger Haut- und Schleimhautveränderungen hervorrufen. Sie sind sehr häufig und sind kein Hinweis auf das Vorliegen einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs an sich. Andererseits ist es jedoch nahezu sicher, dass sich ein Gebärmutterhalskrebs ohne humane Papillomaviren nicht entwickeln kann.

Der Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich fast ausnahmslos über so genannte Vorstufen (Dysplasie). Die meisten Vorstufen bilden sich von ganz allein zurück. Ziel der Krebsvorsorge ist es, jene Dysplasien zu erkennen, die sich nicht zurückbilden.

Befunde, die zytologisch (also durch den sog. Krebs-Abstrich) und kolposkopisch (Betrachtung des äußeren Muttermundes in Lupenvergrößerung am Gyn-Stuhl) nicht klar eingeschätzt werden können, können durch eine zusätzliche HPV Diagnostik beurteilt werden. Zu den nicht klar einschätzbaren Befunden gehört der PAP III.

Der zusätzliche Nachweis von HPV-Viren und deren Einteilung in low- bzw. high-risk gibt zusätzliche Informationen für das weitere Procedere. Low-risk-HPV Infektionen sind nämlich für genitale Warzen, Condylomate acuminata im Bereich der Vulva, Vagina oder perianal verantwortlich, während high-risk-HPV Viren über Vorstufen zum Gebärmutterhalskrebs führen können.

Die Krebsnachsorge

Ein besonderes Anliegen ist neben der Krebsvorsorge die Tumornachsorge. Ziel ist die Entdeckung potenziell heilbarer Erkrankungen (Neuauftreten einer Krebserkrankung), Früherkennung von Lokalrezidiven (Wiederauftreten einer bereits bekannten Krebserkrankung), Erkennung von Krebsarten anderer Organe, Kontrolle des klinischen Verlaufs einer bestehenden Erkrankung und die Betreuung von Patientinnen mit Metastasen.

Die psychoonkologische Betreuung bietet Raum und Zeit für Ängste, Probleme und Fragen der Alltagsgestaltung. Das Vorgehen in der Tumornachsorge entspricht den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der AGO (Arbeitsgemeinschaft der gynäkologischen Onkologie) und erfolgt in Kooperation mit den Krankenhäusern, in denen die Primärtherapie (Operationen und/oder Chemotherapie und/oder Bestrahlung) durchgeführt wurde.

 

Ordinationszeiten: Mo, Mi, Do: 08:00-19:00, Di: 08:00-20:00, Fr: 08:00-18:00, Terminvereinbarung: Tel. 02252-9010-0