Schwangerschaftsvorsorge

Die Schwangerschaftsvorsorge beinhaltet die Beratung, Untersuchung und Betreuung vor, während und nach der Schwangerschaft.

Vor der Schwangerschaft

Die Betreuung vor der Schwangerschaft hat das Ziel, optimale Voraussetzungen für die Befruchtung, Einnistung und gesunde Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft zu schaffen. Neben einer klinisch-gynäkologischen Untersuchung ist eine ausführliche Anamnese (systemische Befragung) notwendig.

Dazu gehören die Erfassung etwaiger Vorerkrankungen (biologischer und psychischer Art), familiär-genetischer Erkrankungen, von Medikamenteneinnahme, Stoffwechsel-Konstellationen, vorheriger Schwangerschaftsverläufe, Infektions-Screening, Impfstatus und der Aufbau bzw. die Aufrechterhaltung eines gesunden Lebensstils.

Das Ergebnis dieser Befragung ergibt eine individuelle Ressourcen-Risiko-Konstellation, die einer zielgerichteten persönlichen Begleitung und Betreuung bedarf. So kann es notwendig sein,

  • Medikamente abzusetzen oder neu einzustellen; Stoffwechselerkrankungen (z.B. Zucker, Schilddrüse) zu korrigieren
  • Ausstehende Impfungen (z.B. Röteln, Hepatitis) aufzufrischen
  • Grunderkrankungen zu behandeln (z.B. Faktor V Leiden Antiphospholipidsyndrom oder Asthma bronchiale)
  • Eine genetische Untersuchung zu veranlassen
  • Eine psychische Erkrankung (z.B. Ängste vor der Schwangerschaft, Geburt, Depressionen) medikamentös und/oder psychotherapeutisch zu behandeln
  • Gezielte Betreuung nach einem problematischen Schwangerschaftsverlauf zu veranlassen (z.B. bei Bluthochdruck, Embolien, Infektionen, Frühgeburt, Fehlgeburt, vorzeitigem Blasensprung, Blutungen, Wachstumsstörungen)

Das spezielle Betreuungsschema kann vor, während, aber auch nach der Schwangerschaft notwendig sein. Idealerweise findet eine Beratung bereits vor der Schwangerschaft statt, um durch Information und Wissen individuelle Sicherheit zu erfahren sowie etwaige Fehlbildungen (z.B. Neuralrohrdefekte) durch Einnahme von Folsäure ab Beginn der Schwangerschaft zu verhindern.

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Während der Schwangerschaft

Endlich ist es soweit … oder Sie sind unerwartet bzw. ungewollt schwanger geworden: Hier beginnt die Phase der perikonzeptionellen (d. h. während der Schwangerschaft) Betreuung.

Die Schwangerschaft wird festgestellt und der Geburtstermin gemäß Ultraschallmessungen bestimmt. Während für die eine Frau die Nachricht ein freudiges Ereignis bedeutet, kann eine andere Frau am Zweifeln oder verzweifelt sein.

Folgende Untersuchungen werden standardmäßig durchgeführt:

  • Gynäkologische Untersuchung inklusive Krebsabstrich
  • Blutbild (z.B. um einen Eisenmangel zu erkennen)
  • Untersuchung auf Infektionen wie Chlamydien, Lues, HIV, Röteln, Toxoplasmose, Streptokokken B, Hepatitis
  • Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (ggf. Anti-D- Prophylaxe)
  • Urinuntersuchungen zur Erkennung von Schwangerschaftserkrankungen (Harnblaseninfektion, Präeklampsie durch den Nachweis von zu viel Protein im Harn, Zuckererkrankung)
  • Zuckerbelastungstest
  • Ultraschalluntersuchungen zur Beurteilung der zeitgerechten, intakten Schwangerschaft (fetale Messungen, Beurteilung der Organe, Herzaktionbeurteilung, Kindslage Fruchtwasser, Mutterkuchen)
  • Blutdruckmessungen (Ausschluss von Bluthochdruck, Präeklampsie, Eklampsie)
  • Muttermundbeurteilung (um rechtzeitig eine Zervixinsuffizienz = Verkürzung des Gebärmutterhalses zu erkennen, Öffnung des Muttermundes)
  • Körpergewichtmessung
  • Feststellung von Ödemen (Wasseransammlungen)
  • Krampfadernbeurteilung

Sollten aufgrund der beschriebenen Untersuchungen Hinweise auf Abweichungen von der Norm auftreten, werden spezielle Untersuchungen veranlasst.

So kann z.B. mittels einfacher Blutabnahme ein HELLP Syndrom (Schwangerschaftsvergiftung) ausgeschlossen werden oder durch eine Untersuchung der Nabelschnurarterien mittels Ultraschall (Dopplersonografie) eine Unterversorgung des Fötus diagnostiziert werden.

Eine zusätzliche Gebärmutterhalsmessung mittels Ultraschall kann das individuelle Frühgeburtsrisiko evaluieren. An dieser Stelle sei besonders darauf hingewiesen, dass diese Untersuchungen eine Chance bieten, therapeutische Interventionen mit der bestmöglichen Betreuung zu veranlassen. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen ein gesundes Kind, obwohl es darauf keine Garantie gibt.

Während der Schwangerschaft werden Sie weiters über die Möglichkeiten und Grenzen von pränataldiagnostischen (PND) Untersuchungen wie Nackentransparenz, Combined Test (Kombination aus Nackentransparenz und Bluttest), Fruchtwasseruntersuchungen und Organscreening aufgeklärt. Im Einzelfall kann es im Zusammenhang mit der PND zu Unklarheiten, Ängsten, Irritationen und Sorgen kommen.

In dieser Phase ist eine intensivere Betreuung notwendig,

damit die Belastungen besser gemeistert werden können.

Ebenfalls kann die Frage nach dem subjektiv gewünschten Geburtsmodus eine intensivere Auseinandersetzung erfordern, um den besten Weg zu finden. Gerne stelle ich eine medizinische Empfehlung (Für und Wider) zur Verfügung und begleite Sie unter Berücksichtigung Ihrer Vorstellungen bei der Entscheidungsfindung. Eine realistische Vorbereitung auf die Geburt ist das Ziel.

Nach der Schwangerschaft

Endlich ist es soweit … das Baby ist da! Nun beginnt die Zeit des Wochenbettes (postpartale Phase).

Im Normalfall verläuft alles nach Plan, d.h. der Wochenfluss (ausgestoßenes Wundsekret aus der Gebärmutter) verändert seine Farbe von blutig bis gelblich und grauweißlich, bis er nach ca. 6 Wochen aufhört. Ebenfalls bildet sich die Gebärmutter zurück und die Laktation (Milchproduktion) kommt in Gang.
Häufig zeigt sich aber ein abnormaler Verlauf: Es kommt zu verstärkten bzw. lang anhaltenden Blutungen, die Rückbildung verläuft verzögert, es treten eventuell Stillschwierigkeiten, Probleme mit dem Damm, Harninkontinenz oder Hämorrhoiden auf. Schlafstörungen, Bindungsschwierigkeiten und Babyblues können diese sehnsüchtig erwartete Zeit zu einer richtigen Herausforderung machen.

In dieser Periode kann sich eine Anpassungsstörung entwickeln, wenn Wunsch und Realität zu weit auseinander klaffen, etwa durch das Erleben einer traumatischen Geburt, eine Behinderung des Kindes oder gesundheitliche Komplikationen. Eine begleitende psychologische Betreuung kann notwendig werden, um einen Weg zu finden, die neue Situation zu bewältigen.